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Betrachtung der Usability von WiFi (W-Lan) Einrichtungen – Mac OS X vs. Windows

9. 4. 2008 · Kategorie: Usability

Es ist Sonntag und fahre von Hannover nach Köln im ICE. Neben mir sitzt ein netter Mann, der so um die 45 Jahre sein müsste. Wir unterhalten uns eine Weile bis das Gespräch etwas lahmt.

Also nehmen wir unsere Computer heraus, um unsere Langeweile im Internet tot zu schlagen. Beide möchten nun über das WiFi im ICE in das Internet. Ich mit meinem Macbook mit OS X, er mit einem Toshiba Laptop und Windows XP. Zur gleichen Zeit starten wir nun die WiFi Einrichtung. Wir fahren beide die Rechner hoch…”Moohbbbb” hallt es durch den halben Zug…ups das war ja meiner. Das Booten ging bei beiden recht fix.

Leider trennen sich jetzt unsere Wege, zumindest technisch… Ich gehe nun wie folgt vor, um das WiFi zu verbinden:

OS X WiFi

Schwups…2 Klicks und schon verbunden Mein Sitznachbar öffnet da auch ein Progrämmchen, um die Verbindung zu aktivieren.

Während sein Windows das Wifi noch sucht, starte ich in der Zeit schonmal mein Apple Mail und den Safari.

Da ich leider keine neuen eMails habe, stöbere ich etwas im Web herum – hier und da gibt es immer etwas zu lesen.

Mein Nachbar kommt leider immer noch nicht in das Wifi rein.
5 Minuten später: Er beginnt dann doch schonmal zu fluchen. “So ein Mist…mal verbindet das Ding sich und dann mal nicht. Ich verstehe das nicht, überhaupt dieses Einstellungsmenü versteht doch keiner!”

Ich will helfen, kann leider nicht, da er im letzten Punkt Recht behalten hatte.

15 Minuten später: Immer noch kein Erfolg beim Nachbar…Er läuft langsam rot an. Ich mache mir Sorgen um ihn.

Jetzt trommeln wir andere Fahrgäste im Abteil zusammen, die nach PC Experten aussehen.Mal sehen, ob sich denn einer mit Wifi Einrichtungen bei Windows auskennt.

Als ich 5 hilfsbereite Jungs herangeholt habe, war die Frustration bei meinem Platznachbar nicht mehr zu übersehen.

Der erste Helfer: “Oh, das ist Toshiba Software. Das kenne ich nicht. Ich habe eine Realtek Wireless Karte.”

Der nächste schafft es auch nicht.

Die letzten drei Computer-Experten versuchen es gleich im Dreierpack: Einer scheidet sofort aus, da er sich nur mit Dell auskennt.

Die anderen beiden geben alles. Einer: “Hey probiere mal die W-lan Verwaltung über Windows!” Mein Nachbar : “Habe ich schon, ging auch nicht. Ich komme nicht ins Netz…”

30 Minuten später: Mein Zielbahnhof ist erreicht. Von Langeweile war ja jetzt nichts mehr zu spüren. Der Herr mit dem Nicht-WiFi-Laptop war vollends in Rage. Unaufhaltsam schimpft er vor sich hin.

Nun muss ich den Zug leider verlassen. Ich verabschiede mich von meinem aufgebrachten Nachbar und wünsche ihn viel Glück für die Zukunft.

Jetzt am Abend habe ich etwas Ruhe. Mir geht der Fall nicht so einfach aus dem Kopf. Wenn ich die Usability Norm DIN EN ISO 9241-11 als Maßstab nehme, kann ich nüchtern resümieren:

“Das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und mit Zufriedenheit zu erreichen.”

Wir hatten beide das selbe Ziel: Einrichtung des WiFis / W-Lans im ICE

Nutzungskontext: Wir saßen beide im Zug und hatten beide eine Fahrt vor uns. Kein Stress und keine äußeren Faktoren, die uns stark stören könnten. Das wichtigste war aber, dass wir ähnliche, bzw. gleiche, Start-Bedingungen hatten.

Effektivität: Ich hatte 3 Klicks benötigt, um mich zu verbinden und den Web-Browser zu starten. Innerhalb der ersten fünf Minuten hatte mein Nachbar unzählige Male herumgeklickt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass er sich am Abend noch erinnern konnte, wie oft er wohin für welche Funktionen geklickt hat.

Effizienz: Mein Macbook hat sich innerhalb von wenigen Sekunden verbunden. Mein Nachbar: Mindestens 30 Minuten hat er sowieso gebraucht, das war die Zeit als ich ihn verlassen musste. Es könnte natürlich sein, dass er nie zum Erfolg gekommen ist. Man weiß es nicht.

Gäbe es eine Formel für die Usability, müsste mein ehemaliger Nachbar im ICE eine Zahl erreicht haben, die gegen unendlich geht.

Und wenn der Windows Nutzer nicht gestorben ist, dann versucht er es noch heute.

Abstrakt gesehen: Das Problem ist eigentlich klar, da alle möglichem Firmen (Toshiba, Dell, Hewlett-Packard usw.) an einer eigenen Software herum basteln. Jeder meint etwas „besseres“ entwickeln zu können.

Am Ende machen sie es nur noch schlimmer: Inkonsistente und instabile Systeme sind vorprogrammiert


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