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Empfehlung: Ein Auslandssemester an der DKIT in Dundalk (Irland)

14. 7. 2007 · Kategorie: Irland

DKIT

Gegen Ende des 4. Semesters kamen Seb und ich auf die Idee noch länger zu studieren, weil die Sache des Lernens doch gar nicht schlecht ist. Das Semester sollte allerdings nicht in Wernigerode, sondern im Ausland absolviert werden. Am besten Englisch dachten wir. Da kam Irland sehr gelegen, da dort schon ein paar Studenten der Medieninformatik waren. Das Akademische Auslandsamt hat uns “Hände küssend” empfangen, da Informatiker nicht so oft ins Ausland gehen. (Wie war das Klischee vom Nerd im Keller?) Die Vorbereitung verlief problemlos, aber auch etwas planlos, weil wir nie genau wussten, was wir dort machen können und ob es angerechnet wird. Wir mussten mehrere Male ein Learning Agreement ausfüllen, was von unseren Profs abgesegnet werden musste. Leider war nicht einmal wenige Tage vor dem Semesterstart in Irland klar, welche Kurse wir überhaupt belegen können. Die Bewerbung für das Auslandssemester erfolgte im Juli. Abgabefrist war im Oktober.

Nach Einreichen der Bewerbung hieß es, dass die Chancen einen Platz in Irland zu bekommen, sehr gut sind, da, wie schon erwähnt, die Informatiker selten Fernweh haben. Trotzdem war es für uns bis Ende Oktober ungewiss, weil auch das 5. Semester an der HS-Harz eingeplant werden musste. Ärgerlich für Austauschstudenten wäre, wenn alle BFOs oder Fächer schon erfüllt sind. Sind keine Fächer mehr offen, können die während des Auslandssemsters erbrachten Leistungen nicht mehr anerkannt werden. Deshalb haben wir das 5. Semester an der HS-Harz etwas lockerer angehen lassen. Ich hatte nach dem 5. Semester noch 12 SWS offen, die ich in Dundalk nachgeholt habe.

Als dann im November die Zusage kam, konnten wir verbindlich für eine Abfahrt gegen Ende Januar planen. Da Irland der EU angehört, sind die Hürden für ein Auslandssemester sehr gering.

Vor der Reise war wichtig:

- Dass man sich für das 6. Semester an der HS-Harz zurückmelden musste, auch wenn man nicht anwesend ist.

- Die Krankenversicherung für Ausland klären. Bei der gesetzlichen Kasse gibt es die blaue “Europäische Krankenversichertungskarte”. Die Behandlung im Ausland ohne Vorleistung der Kosten ist durch Vorlage der Karte beim ausländischen Arzt gesichert. Trotzdem würde ich eine gesonderte Auslandsversicherung abschließen, wegen Rücktransport oder so etwas, da die nicht von der blauen gedeckt werden.

- Klar machen, wie viel man einpacken möchte. Gewicht ist bei Flugzeugen immer so ein Problem. Ich bin 2x geflogen, um Sachen zu transportieren. Es war günstiger als Schicken per Paket, was die Sache natürlich ökologisch pervers macht (Ryan Air lässt grüßen).

- Ein Laptop ist zu empfehlen, da das Internet im Wohnheim sehr langsam bis gar nicht verfügbar war. Von daher ist es angebracht mit eigenem Rechner in der Bibo per Wlan zu surfen.

- Die Wohnung / Platz im Wohnheim wurde von der DKIT gestellt. Man musste dieses Zimmer nicht nehmen, war aber mit 265 Euro Miete für Irland recht günstig. Das Zimmer in einer 5-Frau/Mann WG war nicht so groß (12qm), aber neu und möbiliert. Allerdings sollen die Preise für Zimmer im Wohnheim deutlich angehoben worden sein. Es ist zu empfehlen, auf dem Campus zu wohnen, oder zumindest in der Nähe. Wir haben erst überlegt im Zentrum zu wohnen, was nicht gut gewesen wäre, da der Ort ca.3 KM entfernt ist vom Campus. Busverbindungen gibt es, aber darauf kann man sich nicht verlassen in Irland.

Dass ich mich erst so spät für ein Semester im Ausland entschieden habe, mag an der finanziellen Unsicherheit gelegen haben. Das Wort Auslandssemester war für mich bis zu diesem Zeitpunkt ein Synonym für unerschwinglich. Das dies falsch ist, haben wir dann in Gesprächen mit dem AAA erfahren. Da wir innerhalb der EU studierten, nahmen wir am Erasmus Programm teil. Man kann hier mit 500-600 Euro für den gesamten Aufenthalt rechnen. Diese Summe ist sicherlich nicht ausreichend, um zu überleben, aber doch eine gewisse Zugabe. Studiengebühren fallen auch nicht an, da die DKIT in Dundalk/Irland eine Partneruni der HS-Harz ist. Insgesamt hat man in Irland mit erhöhten Kosten zu rechnen: Grob geschätzt, kann man immer die Hälfte von unseren Preisen dazu rechnen. Alkohol ist dann noch teurer. Bier ab 80 Cent (0,5 L), Guinness im Laden 1,8 Euro / im Pub 3,7 – 5,5 Euro (Pint). Wenn man sehr günstig lebt, kommt man mit 500-600 Euro im Monat aus (inkl. Wohnung). Ein bisschen mehr ist zu empfehlen, wenn man Reisen oder Ausflüge machen möchte. Busverbindungen sind recht günstig in Irland. Dublin – Dundalk (Hin- und Rückfahrt) für 10 Euro.

Vor der Abreise bekam ich die Telefonnummer des Hausmeisters in Dundalk an der DKIT, der uns auch netterweise vom Bus in Dundalk abgeholt hat, was eigentlich gar nicht nötig war, da der Bus auch direkt vor der Uni hält. Man muss den Busfahrer nur sagen, dass man an der DKIT aussteigen möchte.

Die erste Woche in Dundalk an der DKIT war sehr entspannt. Wir wurden fast wie in der Grundschule an die Hand genommen. Es wurde alles bis auf das kleinste Detail erklärt. Das Auslandsbüro an der DKIT war, trotz der vielen Erasmus – Studenten, immer hilfsbereit. Den Studenplan haben wir nach zwei Wochen fertig stellen können und an die HS-Harz geschickt. Bei mir gab es kaum Abweichungen vom ersten Studenplan / Learning Agreement. Bei Seb sah die Sache aber schon anders aus. Dass das Studium dort sehr relaxt war, die Benotung nicht gerade streng war (=Kuschelnoten), schulisch war mit Zwischentests (=Continue Assessment) und vieles mehr vom Leben und Reisen in Irland, könnt ihr hier im Blog in den weiteren Beiträgen lesen.


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