Auf gefühlt 1 Mio Blogs und News-Sites wurde über das Hacking und Defacing der Websites von Schalke 04 und Innenminister Wolfgang Schäuble berichtet. Es ist auch nicht das erste Mal, dass die Seite von unserem Innenminister Schäuble gehackt wurde. Natürlich ist es nicht gerade passend, dass ausgerechnet eine Seite vom Chef der inneren Sicherheit geknackt wurde.
Aber heute hörte ich im Radio auf 1 Live einen Kommentar, der die Problematik gut auf den Punkt gebracht hat….
Kernaussage war dort, dass man für Manipulationen nicht unbedingt ein Hacker oder Cracker sein müsse.
Als Beispiel wurde die Manipulation des langen Namens von unserem neuen Wirtschaftsminister zu Guttenberg angebracht. Auf Wikipedia wurde die Woche einfach ein weiterer Name dazu gemogelt: Wilhelm
Prompt war die Mogelpackung bei Wikipedia eintragen, so wurde der falsche Name von Spiegel Online übernommen. siehe dazu: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,606912,00.html
Auch die angebliche Entlassung von Kevin Kuranyi bei Schalke wurde so schnell wie möglich von Bild.de übernommen.
In Zukunft werde man mehr Probleme mit falschen oder manipulierten Informationen bekommen, so hieß es im Kommentar bei 1 Live. Ich kann dieser Aussage nur zustimmen.
Wikipedia ist sicherlich ganz spannend und ein tolles Sammelwerk für Wissen, dennoch sollten Inhalte immer kritisch hinterfragt werden und verifiziert werden.
Für wissenschaftliche Arbeiten und im Studium ist Wikipedia als reine “Literatur-Quelle” aufgrund dieser Probleme ein No-Go. Es bietet eine Hilfe bei der Literatur-Recherche oder beim Themeneinstieg.
Peinlich und gefährlich wird es dann, wenn ausgerechnet die “alten Medien” im Internet (z.B. der Spiegel Online ), die als zitierfähig und seriös galten, Falschmeldungen aus dem Internet übernehmen und weiter verbreiten. Sind es nicht die “alten” Journalisten und Medien, die Blogger nicht ernst nehmen wollen und den Wandel des Journalismus im Web belächeln? Spätestens jetzt stellt sich die Frage, wie glaubwürdig der Journalismus noch ist.
Der Grund für dieses Problem liegt aber bei der Schnelligkeit und Beschleunigung des Internets. Es bleibt keine Zeit mehr für fundierte Recherche und Prüfung der Quelle. Informationen müssen überall und schnell zur Verfügung gestellt werden, damit der Leser die Seite in Zukunft wieder besucht.
Im Internet zählt nicht mehr der übliche Wochenzyklus wie bei Magazinen (Spiegel, Stern, Focus), sondern jede Minute.
Es vergeht kaum ein Tag ohne “Eilmeldung” auf Spiegel-Online. Abonniert man den RSS-Feed großen News-Seiten (Spiegel Stern uvm), dann kommt der übliche Leser aufgrund der vielen neuen Beiträge mit dem Lesen nicht mehr hinterher.
Wikipedia bildet natürlich nicht die Ausnahme. In den USA sind Manipulationen an der Tagesordnung. Falsche Meldungen über Herzprobleme oder gar Tod von Steve Jobs ließen die Apple Aktie zeitweise um 5,4% einstürzen.
http://www.heise.de/newsticker/Herzprobleme-fuer-die-Apple-Aktie–/meldung/116911
Wie schon der Kommentator bei 1 Live erwähnte, werden wir in Zukunft immer mehr Probleme mit manipulierten Informationen bekommen. Und dafür muss ich kein Hacker sein.
Grundregel sollte immer lauten: “Glaube es nicht sofort, nimm dir Zeit und verifiziere die Information”. Gut, dass dieser Ratschlag auch von unseren Profs an der HS-Harz kam.
Cheers





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